Kieferanomalien: Ursachen, Arten und Behandlungsmöglichkeiten

Passen Ober- und Unterkiefer nicht richtig aufeinander, wird nicht nur das Kauen erschwert. Auch die Zähne leiden langfristig unter einer Kieferanomalie. Dabei gilt: Je früher die Fehlstellung erkannt wird, desto besser lässt sie sich korrigieren. Wir erklären Ihnen die Ursachen für die häufigsten Kieferanomalien und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen unsere Kieferorthopädie in Nürnberg bietet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Ursachen von Kieferanomalien
  3. Diese Arten von Kieferanomalien gibt es
  4. Behandlungsmöglichkeiten für Kieferanomalien

Das Wichtigste in Kürze

  • Kieferfehlstellungen können durch schlechte Nuckelgewohnheiten oder Karies bei Kindern begünstigt werden.
  • Meistens ist entweder der Ober- oder Unterkiefer zu stark oder zu schwach ausgeprägt.
  • Die Aligner-Therapie ist heute eine unsichtbare Alternative zur herkömmlichen Zahnspange.

Ursachen von Kieferanomalien

Die Entstehung von Kieferanomalien geht etwa zur Hälfte auf genetische Faktoren zurück. Wenn Sie als Eltern also bereits unter einer Kieferfehlstellung litten, haben Ihre Kinder ein erhöhtes Risiko, ebenfalls eine Kieferanomalie zu entwickeln. Aber auch äußere Faktoren haben einen Einfluss auf die richtige Entwicklung des Ober- und Unterkiefers. Folgende Verhaltensweisen und Ereignisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Kieferanomalie:

  • Daumenlutschen
  • Schlechte Nuckelgewohnheiten
  • Karies im Kleinkindalter
  • Vorzeitiger Verlust der Milchzähne
  • Vitaminmangel
  • Häufige Mundatmung

Diese Arten von Kieferanomalien gibt es

Je nachdem, welcher Teil des Kiefers zu groß oder zu klein bzw. nach vorne oder hinten verschoben ist, werden verschiedene Arten von Kieferfehlstellungen unterschieden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Kieferanomalien kurz vor.

Überbiss

Beim Überbiss, auch Progenie genannt, steht der Oberkiefer vor. Der Abstand zwischen unteren und oberen Schneidezähnen beträgt dann mehr als die üblichen 2 mm, wodurch das Abbeißen erschwert wird. Ursache für den Überbiss kann entweder ein zu großer Oberkiefer oder ein zu kleiner Unterkiefer sein.

Unterbiss

Der Unterbiss wird auch als Vorbiss des Unterkiefers oder Progenie bezeichnet. Hier steht der Unterkiefer weiter vor als der Oberkiefer. Dadurch liegen die unteren Schneidezähne nicht hinter, sondern vor den oberen Schneidezähnen. Ursache für eine Progenie kann sowohl ein insgesamt zu großer oder zu langer Unterkiefer oder ein verzögertes Wachstum des Oberkiefers sein.

Kreuzbiss

Beim Kreuzbiss treffen die Kauflächen der Zähne nicht korrekt aufeinander. Dieses Problem entsteht, wenn die Zähne im Oberkiefer zu weit innen oder die Zähne im Unterkiefer zu weit außen stehen. Das Problem kann sowohl auf einer Seite (einseitiger Kreuzbiss) als auch auf beiden Seiten (beidseitiger Kreuzbiss) auftauchen. Treffen die Schneidezähne aufeinander, anstatt aneinander vorbeizubeißen, spricht man auch von einem Kopfbiss.

Offener Biss

Bei einem offenen Biss bleibt beim Zubeißen eine Lücke zwischen oberen und unteren Schneidezähnen. Diese Fehlstellung entsteht oft durch zu lange Nutzung des Schnullers oder Daumenlutschen. Sie erschwert nicht nur das Essen und Kauen, sondern hat häufig auch Lispeln zur Folge.

Prognathie und Retrognathie

Als Prognathie bezeichnet man in der Kieferorthopädie einen zu großen, als Retrognathie einen zu kleinen Kiefer.

Behandlungsmöglichkeiten für Kieferanomalien

Je früher eine Kieferfehlstellung erkannt wird, desto leichter und schneller lässt sie sich in der Regel korrigieren. Deswegen sind regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt bzw. der Zahnärztin nicht nur für Erwachsene, sondern besonders auch für Kinder wichtig. Meistens kommen lose oder feste Zahnspangen zum Einsatz, um die Kiefer wieder in die richtige Relation und Stellung zueinander zu bringen. 

Seit einigen Jahren ist, gerade für die Korrektur leichterer Kieferanomalien, die Aligner-Therapie mit durchsichtigen Kunststoffschienen eine unsichtbare und einfach anwendbare Alternative. Bei schweren Fehlstellungen kann hingegen ein chirurgischer Eingriff nötig sein. Gerne beraten wir Sie als Zahnarzt Nürnberg, Fürth und Erlangen umfassend zu den verschiedenen Möglichkeiten und erstellen Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.